Melanin roter Farbstoff des Melanin Fotosynthese

Wie entsteht die Haarfarbe? – Melanin verantwortlich

Ob blond, brünett, rot oder gar schwarz – die Haarfarbe betrifft jeden und ist damit ein brisantes Thema auf der ganzen Welt. Ein Mensch besitzt im Durchschnitt 100.000 Haare auf dem Kopf. Dabei sind es die Blondinen, die mit ihren 150.000 Haaren allen anderen eine Haarlänge voraus sind. Ihnen folgen die braunhaarigen Menschen mit 110.000 Haaren und die Schwarzhaarigen mit 100.000 Haaren. Menschen mit roten Haaren haben mit ihren 90.000 die wenigsten Haare auf dem Kopf. Eine große Rolle spielt dabei der Pigmentstoff Melanin. Das Wachstum eines Kopfhaares beschränkt sich auf 0,3 Millimeter pro Tag. Im Gegensatz dazu fallen täglich ca. 50 – 100 Haare aus.

Melanin als Bestandteil der Haare

Die Haare gehören zu den Hautanhangsgebilden, genau so wie Nägel, Hautdrüsen und bei Vögeln die Federn. Sie stellen spezielle Gewebestrukturen dar, die aus Epidermis (=Oberhaut) und Dermis (=Lederhaut) gebildet werden. Zu den Bestandteilen von Haaren zählen:

  • Haarschaft,
  • Haarbalgmuskel,
  • Talgdrüse sowie
  • Haarwurzel, in der die Blutgefäße sowie die wichtigen Pigmentzellen mit dem Melanin sitzen.

Das Farbpigment Melanin

Melanin roter Farbstoff des Melanin Fotosynthese
Die Melanin-Art Phäomelanin gibt den roten Farbstoff (c) CIS / pixelio.de

Haare sind aus Keratin bestehende Hornfäden. Das Melanin wird innerhalb des Körpers in der Nähe der Haarwurzeln hergestellt. Durch Eiweiße werden die mit Melanin enthaltenen Zellen in Farbstoffe, die sogenannten Farbpigmente, verwandelt. Dünne Ströme befördern sie das Melanin in die Haare. Die Haarfarbe wird dabei durch zwei verschiedene Melanin- Arten bestimmt. Wird die sogenannte Melanin-Art Eumelanin weiter befördert, wird das Haar schwarz bzw. braun. Wird Phäomelanin weitergegeben, wird das Haar blond oder rot. Je nach Verhältnis der beiden Arten entstehen die unterschiedlichsten Haarfarben. So lässt sich auch das Entstehen grauer Haare erklären. Wird die Produktion von Melanin vermindert, gelangen statt des Farbstoffes lediglich Luftbläschen in das Haar. Die Folge sind weiße oder graue Haare. Neben der Haarfarbe ist das Melanin auch für die Haut- sowie die Aderhautfarbe verantwortlich. Dabei wird durch Genetik in Form der Menschelschen Regeln die Höhe des Anteils der Melanine im Körper bestimmt.

Haarwachstum durch Melanine im Zyklus

Das Wachstum von Haaren besteht aus drei sich wiederholenden Teilen:

Melanin Zopf Haare
Haarwachstum als rotierender Prozess durch Melanine (c) CFalk / pixelio.de

1. Phase: Wachstum (Anagenphase)

In der Wachstumsphase werden die Haare durch die Haarwurzel stetig ernährt, sodass sie wachsen können. Dabei teilen sich die Zellen sehr schnell um die wichtige Haarsubstanz Keratin ständig neu zu produzieren. Der überwiegende Teil der Haare, nämlich bis zu 90 Prozent, befinden sich in dieser Phase. Darin verweilen sie bis zu sechs Jahren. Die Produktionsleistung kann sich durchaus sehen lassen. Etwa 40 Meter an Haar werden täglich produziert. Auf den Monat sind das beträchtliche 1200 Meter Haare.

2. Phase: Übergang (Katagenphase)

In der nächsten Phase befinden sich etwa ein bis drei Prozent der Kopfhaare. Dabei findet ein Umbauprozess in der Haarwurzel statt bei dem die Haare nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Das Ergebnis ist die stückweise Verhornung der Haarwurzel. Dieser Vorgang dauert ca. zwei Wochen an.

3. Phase: Ruhe und Ausfall (Telogenphase)

Die letzte Phase stellt den schlussendlichen Ausfall der Haare dar. Es beginnt damit, dass die Verankerungen der Haare lockerer werden. Durch Waschen, Kämmen, Bürsten oder dem Nachwachsen der neuen Haare reißen sie aus der Verankerung fallen aus. Dieser Vorgang kann bis zu sechs Monaten andauern. Vom Wachstum bis zum endgültigen Haarausfall können bis zu knapp sieben Jahre vergehen.

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