3. Mendelsche Regel - Unabhängigkeitsregel

Was sind die Mendelsche Regeln? – Die Vererbungslehre

Die Mendelschen Regeln untersuchen den Vorgang der Vererbung von Merkmalen. So entscheidet sich, welche Eigenschaften durch Chromosomen von der Elterngeneration auf die jeweilige Tochtergeneration vererbt werden. Damit gehören die Mendelschen Regeln zur klassischen Genetik.


Gregor Mendel

Der Entdecker, auf dessen Name die Mendelschen Regeln zurückgehen, war Johann Gregor Mendel, der diese im Jahr 1866 veröffentlichte. Darin untersuchte er Formen und Farbe von Erbsensamen sowie Erbsenfrüchten. Seine Kreuzungsexperimente fasste er in Form von drei aufgestellten Mendelschen Regeln zusammen.
Die Mendelschen Regeln werden vor allem in der Züchtung von Tieren und Pflanzen angewandt.


1. Mendelsche Regel: Uniformitätsregel

Mendelsche Regeln - dominant-rezessiver Erbgang bei Mendel
Die erste Mendelsche Regel im dominant-rezessiven Erbgang. (c) sheol.org

Die erste Regel beinhaltet die Kreuzung reinerbiger Individuen, die sich in nur einem Allelpaar des Chromosoms unterscheiden. In dem unteren Beispiel ist das Merkmal die Farbe. Die Nachkommen der ersten Tochtergeneration sind dabei untereinander gleich.
Man unterscheidet zwischen dem dominant-rezessiven Erbgang, welcher durch Abbildung 1 verdeutlicht wird. Dabei wird stets das dominante Merkmal auf dem Chromosom vererbt. Abbildung 2 stellt den intermediären Erbgang dar, in dem keines der Merkmale dominant ist. So entsteht eine Mischform beider Merkmale.

2. Mendelsche Regel: Spaltungsregel

Die zweite Regel besagt, dass bei Vorliegen von gleichartigen mischerbigen Merkmalen der 1. Tochtergeneration die Merkmale der 2. Tochtergeneration (bzw. Enkel) in einem bestimmten Zahlenverhältnis auf den Chromosomen vorhanden sind. Dabei treten an dieser Stelle wieder die Merkmale der Elterngeneration auf.
Dabei werden erneut der dominant-rezessive Erbgang und der intermediäre Erbgang unterschieden. Beim dominant-rezessiven Erbgang werden bei ¾ das dominante Merkmal des Chromosoms vererbt und bei ¼ das rezessive Merkmal.


3. Mendelsche Regel - Unabhängigkeitsregel
3. Mendelsche Regel im dominant-rezessiven Erbgang: Die roten (R) und eckigen Blätter (E) sind dominant. (c) sheol.org

3. Mendelsche Regel: Unabhängigkeitsregel

Die dritte Mendelsche Regel geht von der Kreuzung reinerbiger Individuen aus, die zwei oder mehr unterschiedliche Merkmale besitzen. Dabei werden die Allele unabhängig voneinander und in neuer Kombination weiter gegeben. Eine Voraussetzung muss bei dieser Mendelschen Regel gegeben sein: Die Merkmale der Erbanlagen müssen auf verschiedenen Chromosomen liegen. Ansonsten werden die Erbanlagen nicht unabhängig voneinander weitergegeben. Liegen sie dennoch auf dem gleichen Chromosom, werden sie in Kopplungsgruppen vererbt.


Begriffsdefinitionen

Die Mendelschen Regeln beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Fachtermini, welche im Folgenden im Überblick erklärt werden

  • Allel = Zustandsform eines Gens
  • Genetik = Vererbungslehre, die sich in die klassische Genetik und Populationsgenetik unterscheidet
  • dominant = vorherrschend
  • rezessiv = unterdrückt
  • Chromosomen = Träger der Erbanlagen/-information
  • Homologe Chromosomen = identisch in Gestalt und Abfolge der Gene
  • haploid = einfacher Chromosomensatz
  • diploid = doppelter Chromosomensatz –jeweils ein Chromosom von der Mutter und eins vom Vater
  • reinerbig (homozygot) = identisches Merkmal auf beiden Chromosomen
  • mischerbig (heterozygot) = unterschiedliche Merkmale beider Chromosomen, es setzt sich entweder das dominante Allel durch oder es entsteht eine Mischform


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