Bautrocknung Rohbau Haus Bagger

Wie funktioniert die Bautrocknung bei einem Rohbau?

Wer sich dazu entschließt ein Haus – egal ob Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus – zu bauen, hat einige Dinge zu beachten. Die Planung und die Finanzierung spielen dabei die wohl wichtigsten Rollen. Innerhalb der Planung ist die Verlegung des Estrichs und die anschließende Erhärtungsphase ein essentieller Bestandteil. Wird die Trockenzeit missachtet, kann es zu weitreichenden Folgeschäden bereits in der Rohbauphase kommen. Die Bautrocknung ist daher ein wichtiger Part beim Hausbau. Doch wie funktioniert eine Bautrocknung? Welche Verfahren kommen in Frage? Und welches Verfahren eignet sich beim Rohbau am Besten für die Bautrocknung?

Bauphasen beim Hausbau

Beim Bau von Einfamilien-, aber auch Mehrfamilienhäusern gilt es eine genaue Abfolge der Bauausführung zu beachten:

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[tabtext] 1. Rohbau [/tabtext]
[tabtext]2. Grobmontage (Rohausbau) [/tabtext]
[tabtext] 3. Estrich verlegen /Innenputz [/tabtext]
[tabtext] 4. Feinmontage (Feinausbau) [/tabtext]
[tabtext] Außenarbeiten [/tabtext]
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Bevor mit dem Rohbau begonnen werden kann, muss eine Baugrube ausgehoben werden, auf dem später das Fundament gesetzt werden kann. Dabei muss besonders der Grundwasserspiegel beachtet werden. Bei einem hohen Grundwasserspiegel sollte die Entscheidung für einen Keller gut überlegt sein. Anschließend kann mit den Rohbauarbeiten begonnen werden. Dabei werden unter anderem Leerrohrvorrichtungen und Wasseranschlüsse verlegt.

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Bereits während der Errichtung beginnt der Ausbau des Rohbaus. Wenn die Dachabdichtung abgeschlossen ist, können Fensterbauer, Heizungsbauer, Elektriker, Gas- und Wasserinstallateure die ersten Montagearbeiten durchführen.

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Sobald die ersten grundlegenden Installationen erfolgten, wird mit dem Innenputz begonnen. Zunächst werden die Innenwände verputzt, damit direkt im Anschluss der Estrich verlegt werden kann. Je nach verwendetem Material folgt nun eine längere Trocknungszeit. Mit Luftentfeuchter kann die Bautrocknung vorangetrieben werden. Für die Phase der Bautrocknung müssen mindestens zwei bis drei Wochen eingerechnet werden.

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Ist die Bautrocknung abgeschlossen und der Estrich damit vollständig gehärtet, können die Feinarbeiten angegangen werden. Die Elektrik, die Heizung sowie die sanitäre Ausstattung werden vollendet. Außerdem können Fliesenleger und Maler sowie andere Gewerke wie der Steinsetzer oder Schreiner ihre Arbeiten beginnen. Zum Schluss werden die Bodenbeläge verlegt.

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Parallel zu den Innenarbeiten laufen die Arbeiten im Außenbereich ab. In Abstimmung zu den Maßnahmen am Haus kann mit der Terrassengestaltung und der Bepflanzung auf dem Grundstück begonnen werden.

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Die zwei Verfahren der Bautrocknung

Bautrocknung Rohbau Haus Bagger
Während der Rohbau-Phase sollte eine Bautrocknung vorgenommen werden (c) H.D.Volz / pixelio.de

Bei der Bautrocknung eines Rohbaus kann auf zwei verschiedene Trocknungsverfahren zurückgegriffen werden. Zum einen ist das die Kondensationstrocknung und zum anderen die Adsorptionstrocknung. Beide Verfahren eignen sich um eine Bautrocknung durchzuführen. Allerdings lassen sich ein paar Unterschiede in der Verfahrenstechnik feststellen.

Kondensationstrocknung

Die Kondensationstrocknung ist eine Methode, wie eine Bautrocknung durchführt werden kann. Sie dient der Luftentfeuchtung bis zur gewünschten Restfeuchte bei der Estricherhärtung in Rohbauten. Dabei wird der Luft im Raum durch den Bautrockner ihre Feuchtigkeit entzogen. Durch die sinkende Leuchtfeuchtigkeit gelangt die Feuchtigkeit aus dem Estrich. Die Folge: der Estrich erhärtet. Der Grund für diesen Vorgang ist der Druckausgleich. Die Wände und vor allem der Boden weisen eine hohe Feuchtigkeit auf. Diese hat auch immer einen hohen Druck. Die trockene Luft dagegen hat einen niedrigen Druck. Da Drücke sich stets ausgleichen wollen, findet hier ein Druckausgleich zwischen dem hohen Druck des Estrichbelags und der durch die Bautrocknung getrockneten Luft aus. Die feuchte Luft gelangt per Kühlrippen in das Bautrocknungsgerät. Die Temperatur der Kühlrippen liegt dabei unter dem Taupunkt der Luft, sodass sich in einem separierten Behälter des Bautrockners das Kondenswasser sammeln kann. Diese Luft wird erwärmt und zusätzlich als Trockenluft ausgegeben.
Eines der häufigsten Anwendungen dieser Methode vereint neben der Bautrocknung im Haushaltsbereich der Wäschetrockner.

Bautrocknung Rohbau Innenausbau Haus
Nachdem der Estrich verlegt wurde, muss eine Bautrocknung vorgenommen werden (c) Rainer Sturm / pixelio.de

Adsorptionstrocknung

Die Adsorptionstrocknung ist eine weitere Methode, die bei der Bautrocknung angewendet werden kann. Dabei kommen spezielle Adsorptionstrockner oder aber Trockenschränke zum Einsatz. Dieses Trocknungsverfahren kann auf zwei verschiedene Arten durchgeführt werden. Bei der Rotationsentfeuchtung gelangt wie bei der Kondensationstrocknung die Feuchtigkeit in ein Gerät, in diesem Fall den Rotationsfeuchter. Dieser ist mit Silikagel beschichtet. Ein Aluminiumrad rotiert und bindet so die Feuchtigkeit (Adsorption). Die Luft wird anschließend erwärmt und wieder in den Raum zurückgegeben. Im Gegensatz dazu arbeitet die Kammerentfeuchtung in Intervallen. Die Luftfeuchtigkeit wird zunächst durch einen Behälter in dem eine chemische Flüssigkeit enthalten ist und mit Hilfe von 200 Grad warmer Luft durch ein Klappensystem wie Lüftungsklappen oder einem Ventil entzogen. Anschließend wird auch diese Luft wieder dem Raum zugeführt. Damit können bis zu 0,5% relative Feuchte erlangt werden.

Vergleich Verfahren zur Bautrocknung

[one_half] [box type=“download“] Kondensationstrocknung [/box] [/one_half]

[one_half_last][box type=“download“] Adsorptionstrocknung [/box] [/one_half_last]

[box type=“bio“] Einsatzbereich [/box]

[one_half] [box type=“shadow“]
Abhängig von:

  • Temperatur: 5-30 Grad
  • Feuchte: 40-99% relative Luftfeuchtigkeit

–> Bautrocknung, Wasserschadentrocknung, Holztrocknung
[/box] [/one_half]

[one_half_last] [box type=“shadow“]
Abhängig von:

  • Temperatur: -10-30 Grad
  • Feuchte: 0-100% relative Luftfeuchtigkeit

–> Bautrocknung, Elektrik, Labor, Munitionslager
[/box] [/one_half_last]

[box type=“bio“] Vorteile[/box]

[one_half] [box type=“shadow“]

  • Bausubstanz wird nicht beeinträchtigt
  • Minimaler technischer Aufwand
  • Geringer Energieverbrauch, da Energie in Wärmeenergie umgewandelt wird
  • Abtauautomatik
  • Günstige Anschaffungskosten

[/box] [/one_half]

[one_half_last] [box type=“shadow“]

  • Einsatz auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt
  • Höhere Leistungen möglich als bei Kondensationstrocknern
  • Vielseitig einsetzbar
  • Kein zusätzlicher Wasserbehälter nötig (keine Überwachung)

[/box] [/one_half_last]

[box type=“bio“] Nachteile[/box]

[one_half] [box type=“shadow“]

  • Einsatzbereich eingeschränkter durch Temperatur und Feuchte
  • Evtl. Überhitzen des Kompressors ab 33 Grad
  • Unter 6 Grad Einsatz nicht lohnenswert – Feuchtigkeitsmenge zu gering

[/box] [/one_half]

[one_half_last] [box type=“shadow“]

  • Übertrocknung möglich
  • Hoher Energieverbrauch
  • Fenster zur Abführung der Regenerationsluft und des Wasserdampfes
  • Heizelement kann überhitzen

[/box] [/one_half_last]


Beheizung als Alternative zur Bautrocknung?

Alternativ kann statt der Geräte zur Bautrocknung auch eine Beheizung der zu entfeuchtenden Räume genutzt werden. Durch die Beheizung steigt die Temperatur in den Räumen. Die warme Luft kann dabei mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Die Folge ist, dass die Luftfeuchtigkeit sinkt. Die Räume werden so trocken gelegt. Zwischendurch ist es wichtig die Räume gut zu durchlüften, da ab einen gewissen Zeitpunkt keine Luftfeuchte mehr aufgenommen werden kann. Eine selbstständige Beheizung ist allerdings gerade bei einer Estricherhärtung nicht zu empfehlen. Die Fläche ist zu groß um die gesamten Räume eigenständig durch Beheizung trocken zu legen, auch wenn die Beheizung durch elektronische Heizlüfter eine einfache Handhabung bietet. Es kann keine Garantie dafür gegeben werden, dass der gesamte Estrich ordnungsgemäß gehärtet ist, wenn dies nicht von professionellen Geräten zur Bautrocknung durchgeführt wird. Außerdem ist der dadurch entstehende Energieverbrauch immens. Gerade beim Bau eines Energiesparhauses spielt der Faktor Energieverbrauch eine große Rolle und sollte daher besonders sorgfältig bedacht werden.

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Fazit:
Die Methode der Kondensationstrocknung zur Bautrocknung ist bisher am besten geeignet um Estrich in einem Rohbau erhärten zu lassen. Bei einer Bautrocknung reicht eine relative Feuchte von minimal 20% aus. Eine geringere Feuchte kann zu Spannungsrissen und damit zu einer Übertrocknung des Gebäudes führen.

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Andere nützliche Trocknungsverfahren sind zum Beispiel die Gefriertrocknung zur Herstellung von gefriergetrockneten Früchten oder die Sprüh- bzw. Walzentrocknung zur Herstellung von Milchpulver.



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Ein Gedanke zu „Wie funktioniert die Bautrocknung bei einem Rohbau?“

  1. Ich habe zwar keinen Rohbau aber einen Altbau mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, welches Gerät oder Methode hilft mir am besten das Problem zu beheben, damit die Bausubstanz geschützt bleibt?

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