Friedensnobelpreis Hände ineinander Frieden

Wie viel Kritik ist am Friedensnobelpreis erlaubt?

Die Vergabe des Friedensnobelpreises war schon immer geprägt von Widersprüchen und Meinungsverschiedenheiten. Die vorgeschlagenen Personen oder Organisationen spalten häufig die öffentliche Meinung und es kommt wie jüngst bei US Präsident Barack Obama, zu Anfeindungen der Entscheidung. In der öffentlichen Wahrnehmung wurden auch viele Personen nicht mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt, die ihn eigentlich verdient hätten. Für Obama beispielsweise, kam die Würdigung angeblich zu früh, denn sein „Leistungskonto“ wies zum Vergabezeitpunkt noch keine tatsächlichen Erfolge auf. Die Rücknahme des Preises ist allerdings nicht möglich, denn die Entscheidung des Nobelpreis Komitees ist nicht anfechtbar.

Doch was genau ist der Friedensnobelpreis?

Friedensnobelpreis Stadt Oslo View
Der Friedensnobelpreis wird jährlich im Osloer Rathaus verliehen

Namensgeber und Stifter des Friedensnobelpreises war der Schwede Alfred Nobel. Seines Zeichens Erfinder und Industrieller, sollte nach seiner testamentarischen Maßgabe der Preis an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat. Die Auszeichnung wird seit 1901 Jahr für Jahr am 10. Dezember – dem Todestag Alfred Nobels, in Oslo verliehen.

 
 

Das Nobelpreiskomitee

Das fünfköpfige Friedensnobelpreis Komitee wird durch das norwegische Parlament bestimmt. Der Preis wird daher als einziger Nobelpreis auch nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen. Der völlig unabhängige Ausschuss spiegelt zwar augenscheinlich die aktuelle politische Situation wieder, muss allerdings seine Sitzungen nicht protokollieren und seine Entscheidung nicht rechtfertigen. So gibt das Komitee des Friedensnobelpreises auch nie Stellungnahmen zur Entscheidung bzw. Entscheidungsfindung ab.

Nominierungsvorschläge für die Auszeichnung des Friedensnobelpreises können frühere Preisträger, als auch alle Mitglieder einer Regierung oder des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag abgeben. Professoren der Fachrichtungen Sozialwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Recht und Theologie können ebenfalls Vorschläge einreichen.

Der Friedensnobelpreis:
„Heiliger Gral“ oder Auszeichnung mit hoher Verantwortung

Friedensnobelpreis Hände ineinander Frieden
Der Friedensnobelpreis steht häufig für die Vermittlung zwischen Ländern

Der Friedensnobelpreis hat in der öffentlichen Wahrnehmung einen besonderen Status. Die Auszeichnung bringt nicht nur Anerkennung, sondern stellt hohe und vor allem lebenslange Erwartungen an seinen Träger. So ist es kein Wunder, dass in keiner anderen Nobelpreiskategorie auf die Entgegennahme des Preises so häufig verzichtet wurde. Einige Gewinner sagen, die Erwartungen, welche die Würdigung mit sich bringt, können erdrückend sein. Der Vorsitzende den norwegischen Nobel Instituts – Geir Lundestad sagte zu den kommenden Preisträgern: „Es wird Ihr Leben verändern. Sie werden mit Einladungen überschwemmt werden, man wird ihnen genau zuhören und sie manchmal sogar als Heilige betrachten.“ Die aktuelle Fassung zur Würdigung von Friedensbemühungen bietet natürlich Nährboden für Diskussionen, oder verwandelt der Nobelpreis seinen Träger einfach nur in etwas, dass einer heiligen Gestalt gleichkommt.


2012 hat die EU den Friedensnobelpreis für sechs Jahrzehnte Frieden bekommen – Kritik, Lob und Fragen dazu:

 


Liste der Friedensnobelpreisträger:

 

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Friedensnobelpreisträger 2011 – 2013

  • 2011: Ellen Johnson Sirleaf; Leymah Gbowee; Tawakkol Karman
  • 2012: Die Europäische Union
  • 2013: Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW)

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Friedensnobelpreisträger 2001 – 2010

  • 2001: Die UNO; Kofi Annan
  • 2002: Jimmy Carter
  • 2003: Schirin Ebadi
  • 2004: Wangari Maathai
  • 2005: Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO); Mohammed el-Baradei
  • 2006: Muhammad Yunus; Grameen Bank
  • 2007: Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC; Weltklimarat); Al Gore
  • 2008: Martti Ahtisaari
  • 2009: Barack Obama
  • 2010: Liu Xiaobo

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Friedensnobelpreisträger 1991 – 2000

  • 1991: Aung San Suu Kyi
  • 1992: Rigoberta Menchú
  • 1993: Nelson Mandela; Frederik Willem de Klerk
  • 1994: Jassir Arafat; Schimon Peres; Jitzchak Rabin
  • 1995: Józef Rotblat; Die Pugwash Conferences on Science and World Affairs
  • 1996: Carlos Filipe Ximenes Belo; José Ramos-Horta
  • 1997: Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen; Jody Williams
  • 1998: John Hume; David Trimble
  • 1999: Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières)
  • 2000: Kim Dae-jung

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Friedensnobelpreisträger 1981 – 1990

  • 1981: United Nations High Commissioner for Refugees
  • 1982: Alva Myrdal; Alfonso García Robles
  • 1983: Lech Wałęsa
  • 1984: Desmond Tutu
  • 1985: International Physicians for the Prevention of Nuclear War
  • 1986: Elie Wiesel
  • 1987: Óscar Arias Sánchez
  • 1988: Die Friedenstruppen der Vereinten Nationen
  • 1989: Tendzin Gyatsho (14. Dalai Lama)
  • 1990: Michail Sergejewitsch Gorbatschow

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Friedensnobelpreisträger 1971 – 1980

  • 1971: Willy Brandt
  • 1972: nicht verliehen
  • 1973: Henry Kissinger; Lê Đức Thọ (lehnte den Preis ab)
  • 1974: Seán MacBride; Eisaku Satō
  • 1975: Andrei Dmitrijewitsch Sacharow
  • 1976: Betty Williams; Mairead Corrigan
  • 1977: Amnesty International
  • 1978: Anwar as-Sadat; Menachem Begin
  • 1979: Mutter Teresa
  • 1980: Adolfo Pérez Esquivel

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Friedensnobelpreisträger 1961 – 1970

  • 1961: Dag Hammarskjöld
  • 1962: Linus Carl Pauling
  • 1963: Internationales Komitee vom Roten Kreuz; Liga der Rotkreuz-Gesellschaften
  • 1964: Martin Luther King
  • 1965: Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)
  • 1966 – 1967: nicht verliehen
  • 1968: René Cassin
  • 1969: Internationale Arbeitsorganisation (IAO)
  • 1970: Norman Borlaug

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Friedensnobelpreisträger 1951 – 1960

  • 1951: Léon Jouhaux
  • 1952: Albert Schweitzer
  • 1953: George C. Marshall
  • 1954: United Nations High Commissioner for Refugees
  • 1955 – 1956: nicht verliehen
  • 1957: Lester Pearson
  • 1958: Georges Pire
  • 1959: Philip Noel-Baker
  • 1960: Albert John Luthuli

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Friedensnobelpreisträger 1941 – 1950

  • 1941 – 1943: nicht verliehen
  • 1944: Internationales Komitee vom Roten Kreuz
  • 1945: Cordell Hull
  • 1946: Emily Greene Balch; John Raleigh Mott
  • 1947: The Friends Service Council; The American Friends Service Committee
  • 1948: nicht verliehen
  • 1949: John Boyd Orr
  • 1950: Ralph Bunche

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Friedensnobelpreisträger 1931 – 1940

  • 1931: Jane Addams; Nicholas Murray Butler
  • 1932: nicht verliehen
  • 1933: Norman Angell
  • 1934: Arthur Henderson
  • 1935: Carl von Ossietzky
  • 1936: Carlos Saavedra Lamas
  • 1937: Robert Cecil, 1. Viscount Cecil of Chelwood
  • 1938: „Office international Nansen pour les réfugiés“
  • 1939 – 1940: nicht verliehen

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Friedensnobelpreisträger 1921 – 1930

  • 1921: Hjalmar Branting; Christian Lous Lange
  • 1922: Fridtjof Nansen
  • 1923 – 1924: nicht verliehen
  • 1925: Austen Chamberlain; Charles Gates Dawes
  • 1926: Aristide Briand; Gustav Stresemann
  • 1927: Ferdinand Buisson; Ludwig Quidde
  • 1928: nicht verliehen
  • 1929: Frank Billings Kellogg
  • 1930: Nathan Söderblom

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Friedensnobelpreisträger 1911 – 1920

  • 1911: Tobias Asser; Alfred Hermann Fried
  • 1912: Elihu Root
  • 1913: Henri La Fontaine
  • 1914 – 1916: nicht verliehen
  • 1917: Internationales Komitee vom Roten Kreuz
  • 1918: nicht verliehen
  • 1919: Woodrow Wilson
  • 1920: Léon Victor Bourgeois

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Friedensnobelpreisträger 1901 – 1910

  • 1901: Henry Dunant; Frédéric Passy
  • 1902: Élie Ducommun; Charles Albert Gobat
  • 1903: William Randal Cremer
  • 1904: „Institut de Droit international“
  • 1905: Bertha von Suttner
  • 1906: Theodore Roosevelt
  • 1907: Ernesto Teodoro Moneta; Louis Renault
  • 1908: Klas Pontus Arnoldson; Fredrik Bajer
  • 1909: Auguste Beernaert; Paul Henri d’Estournelles de Constant
  • 1910: „Bureau International Permanent de la Paix“

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Ein Gedanke zu „Wie viel Kritik ist am Friedensnobelpreis erlaubt?“

  1. Die Aussagen von Pre4sident Obama kf6nnen nicht klarer sein. Krieg nach audfen zur Bese4nftigung des Volkes wird ein Instrument des Machterhalts bbeelin. Sehr interessant in diesem Zusammenhang die Art und Weise, wie der Iran, der potentielle ne4chste Kriegsgegner in Spe, durch stetige Wiederholung von Lfcgen, die so als Wahrheiten erkannt werden, zum Monster aufgebaut wird und dann die Option des Erstschlages mit Atombomben auf diesen „Schurkenstaat“ in der neuen nuklearen Strategie der USA verkfcndet wird. Bee4ngstigend.

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